Was Sie davon haben

Die Gründe, bei der Miliz tätig zu sein, sind vielfältig: Helfen wollen, das Land schützen – das ist für die meisten der Hauptgrund. Andere suchen eine Abwechslung vom Alltag, wollen gelegentlich etwas ganz anderes tun. Fähigkeiten trainieren, mit Geräten arbeiten, die es anderswo nicht gibt, Menschenführung lernen und ausüben – all das macht die Miliz interessant. Und nicht zuletzt: Wer bei der Miliz tätig ist, erhält zahlreiche Vergünstigungen und eine finanzielle Entschädigung.

Das Wissen, der Bevölkerung bei Hochwasser oder anderen Katastrophen helfen zu können, sowie selbst von der Unterstützung anderer zu profitieren, wird für viele ganz groß geschrieben. Für die überwiegende Mehrheit der Milizsoldatinnen und -soldaten stellen Hilfsbereitschaft und Kameradschaft die Hauptgründe für die Freude an ihrer Tätigkeit dar.

Soldat mit Minensuchgerät Major Martin Leithner trainiert an der Auslandseinsatzbasis den Umgang mit dem Minensuchgerät: „Der Auslandseinsatz hat mich immer besonders interessiert. Ich habe Politikwissenschaft studiert und finde das Themenfeld Kriegsursachen und Kriegsfolgen sowie Mechanismen der Konfliktlösung sehr spannend – und zwar nicht nur in ihrer wissenschaftlichen Abhandlung. Ich wollte all das auch aus erster Hand erleben. Das kann ich als Milizsoldat nun tun.“
Zivilberuf: Bediensteter des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport

Beim Bundesheer kommen Sie in Berührung mit moderner Ausrüstung, die Sie in Ihrem Alltag nicht zu sehen bekommen würden. Sie können eine Zeit lang in eine andere, abwechslungsreiche Rolle schlüpfen. Ihre Teamfähigkeit wird gefördert, Sie lernen viel über Konfliktmanagement sowie das Führen und Anleiten anderer – alles Aspekte, die Sie auch in anderen beruflichen oder privaten Lebenslagen weiterbringen werden.

Fähigkeiten auch im zivilen Leben nützlich

Die Fähigkeiten und Kenntnisse, die Sie beim Bundesheer erwerben, sind nicht nur von militärischer Natur. Auch in Ihrem zivilen Leben können Sie viel vom erlangten Wissen nutzen – ein kleiner Auszug: Erste-Hilfe-Kurs, Ausbildung zur Rettungs- und Notfall-Sanitäterin oder -Sanitäter, Kraftfahrausbildung, Grundbefähigung für Fallschirmsprünge, Tauchkurse oder Feuerwehrgrundausbildung.

Zwei Soldaten bei Grenzkontrolle Wachtmeister Friedrich Ganzert
Zivilberuf: Tourismusmanager

„Mein ziviler Beruf im Tourismus und meine militärische Laufbahn gleichen einander aus. Man kann für den jeweils anderen Bereich etwas lernen, wie etwa richtiges Führungsverhalten oder Besprechungen zu leiten. Man lernt beim Militär, Abläufe minutiös zu planen und auch auf kleine Punkte zu achten. Als Leiter einer Großveranstaltung in einem Hotel waren diese Erfahrungen sehr nützlich für mich.“

Vergünstigungen

Soldatinnen und Soldaten der Miliz erhalten zahlreiche Vergünstigungen, die auch für Berufssoldatinnen und -soldaten gelten. Angehörige der Miliz fahren einen Tag vor und einen Tag nach jeder Übung gratis auf dem gesamten Streckennetz der ÖBB. Sie erhalten einen Wehrdienstausweis, können kostenlos Medien bei der Österreichischen Militärbibliothek entlehnen oder gemeinsam mit Ihren Angehörigen die Gästezimmer der Wohnheime und Seminarzentren des Bundesheeres in ganz Österreich nutzen.

Nicht außer Acht zu lassen sind natürlich auch die finanziellen Benefits, die wir Ihnen als Milizsoldatin oder -soldat bieten. Nicht nur für Ihren Dienst in der Miliz, sondern auch während Ihrer Ausbildung werden Sie von uns entlohnt. Für die Zeit, in der Sie an Waffenübungen teilnehmen, wird auch eine Entschädigung für den Verdienstentgang in Ihrem zivilen Beruf ausbezahlt. Sie verlieren also kein Geld, während Sie beim Bundesheer sind – im Gegenteil.

Soldat vor der französischen Botschaft Wachtmeister DI (FH) Thomas Holzer*
Zivilberuf: selbstständig im Bereich Kunsthandwerk und Überlebenstraining

„Mir ist es wichtig, bei der Botschaftsbewachung immer in Bewegung zu bleiben. Es gibt sogar interne Battles, wer länger in Bewegung bleibt, teilweise mit GPS-Trackern. Das subjektive Sicherheitsgefühl ist höher, wenn man viel auf und ab geht und dadurch präsent ist. Was mich persönlich sehr freut, ist, dass immer wieder Leute herkommen und sagen ‚Schön, dass ihr da seid, wir fühlen uns dank euch sicher!‘ Da sieht man einmal mehr, wofür man das macht und dass es in der Öffentlichkeit auch akzeptiert, respektiert und gutgeheißen wird.“
* Name geändert

Anerkennungsprämien

Zusätzlich zur üblichen Bezahlung gibt es obendrauf sogenannte Anerkennungsprämien. Eine einmalige Prämie von € 601 erhalten alle, die unter Erfüllung der Voraussetzungen eine Freiwillige Meldung zu Milizübungen abgeben. Für jeden Milizübungstag erhalten Sie etwa € 55. Für eine allfällige vorbereitende Milizausbildung bekommen Sie noch einmal eine sogenannte Erfolgsprämie von etwa € 490. Für Milizunteroffiziere, die den dritten Teil ihrer Ausbildung innerhalb eines Jahres abschließen, winken € 1.111, bei Abschluss nach eineinhalb Jahren € 555.

Für angehende Milizoffiziere gilt: Schließen Sie den dritten Teil Ihrer Ausbildung innerhalb von dreieinhalb Jahren ab, erhalten Sie € 1.333. Schließen Sie nach nach viereinhalb Jahren ab, erhalten Sie € 666 Prämie. Für Unteroffiziere gibt es für die Freiwillige Meldung zu weiteren Milizübungen (das sind jeweils 15 Übungstage) € 312, für Milizoffiziere € 412. Sind Sie weder Unteroffizier noch Offizier, so steht Ihnen eine Prämie von € 252 zu.

Soldat Gefreiter Jovan Pajic
Zivilberuf: Maturant

„Ich bin fast direkt nach dem Grundwehrdienst zur Miliz gegangen und habe mich zum Assistenzeinsatz gemeldet. Es herrscht hier ein anderer Ton, man wird viel ernster genommen. Als Milizsoldat hat man gegenüber den Grundwehrdienern auch ein Vorbild abzugeben.“

Freistellung

Wie sieht’s mit meinem zivilen Job aus, während ich auf Milizübungstagen bin? Und muss ich mir dafür Urlaub nehmen?

Ihr Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, Sie für alle beorderten Waffenübungen für insgesamt 30 Tage innerhalb von zwei Jahren freizustellen. Das betrifft also jene Übungen, die Sie leisten müssen. Im Falle einer Einberufung zu einer solchen verpflichtenden Milizübung schützt Sie das sogenannte Arbeitsplatzsicherungsgesetz vor einer Kündigung aufgrund dieser Einberufung. Überdies muss Ihr Arbeitgeber Sie bei Bedarf für weitere insgesamt 30 Tage innerhalb von zwei Jahren für freiwillige Waffenübungen freistellen – das sind also jene Übungen, die Sie sich selbst aussuchen. Diese Zeiten werden nicht von Ihrem regulären Urlaub abgezogen, sofern sie im Urlaubsjahr insgesamt 30 Tage nicht überschreiten.

Was passiert, wenn ich in ein anderes Bundesland ziehe?

In jedem Bundesland gibt es einzelne Kompanien oder zumindest ein Jägerbataillon der Miliz. Sie können auf Wunsch in das Bundesland, in dem Sie künftig wohnen werden, umbeordert werden.