Übungssplitter vom 22. April 2026 - Miliz
Übungssplitter vom 22. April 2026
PAL, Pandur, Grabenkampf, Angriff, Verteidigung, Gefechtsformen.
Nach dem gestrigen Tag, an dem die Truppe in die Waffen und Gerätschaften eingewiesen wurde, war heute der Tag der Wahrheit. Das JgBB und die angegliederten Teile der JgKp KORNEUBURG und des JgBNÖ gingen ins (Übungs-) Gefecht. Das Übungsgelände nördlich der Kaserne verwandelte sich von beschaulichen Frühlingswiesen mit Vogelgezwitscher in eine militärische Kampfzone.
Schützengruppen übten die Gefechtsformen. Die Schützenreihe, eine Bewegungsform der Infanterie, wird genutzt, um mit schmaler Silhouette tief gestaffelt hintereinandergehend schnell das Gelände zu überwinden. Sie dient primär der Annäherung und dem Vorarbeiten. Der Abstand der Schützen beträgt normalerweise acht Schritte, es wird leicht seitlich versetzt gegangen.
Die Schützenkette ist die breite Gefechtsform, bei der die Soldaten nebeneinander, jedoch unregelmäßig – höchstens so weit wie der Seitenabstand beträgt – in die Tiefe gestaffelt gehen, dass sie sich beim Feuerkampf nach vorne nicht gegenseitig behindern. Sie wird vor allem eingenommen, um quer zur Bewegungsrichtung verlaufende Schneisen, Straßen, offene Geländeteile usw. rasch und mit allen Soldaten gleichzeitig zu überqueren.
Weiters dient sie dazu, sich unter gegenseitigem Feuerschutz an den Feind heranzuarbeiten und beim Auftreffen auf den Feind entweder sofort Stellung zu beziehen und mit allen Waffen gleichzeitig den Feuerkampf aufzunehmen oder stürmen zu können. Im Grabenkampf wurde das Einbrechen in den Graben, das Aufrollen und Werfen des Feindes trainiert.
In unregelmäßigen Abständen brausten die Pandure durch das Übungsgelände. Diese Radpanzer des ÖBH zum Mannschaftstransport erfüllten wichtige Aufgaben bei der Angriffsunterstützung und auch in der Verteidigung, wo sie den „Feind“ mit den Bordwaffen bekämpfen. Feuer und Bewegung stellen einen wesentlichen Teil erfolgreicher militärischer Interaktion dar.
Die mit dem üsMG M2 bewaffneten Pandure erfüllen hier eher den beweglichen Aspekt, da das 12,7 mm überschwere Maschinengewehr nur gegen Infanterie sowie ungepanzerte und leicht gepanzerte Fahrzeuge wirkt. Im Gegensatz dazu bildet die PAL, die Panzerabwehrlenkwaffe 2000 vom Typ BILL, den „Feuer“-Bereich ab.
Sie kann bis zu 60 cm Panzerstahl durchschlagen. Die Panzerabwehrlenkwaffe 2000 bekämpft Kampfpanzer und andere gepanzerte Ziele auf eine Entfernung von bis zu zwei Kilometern. Es handelt sich um eine mechanisch abzufeuernde und elektrisch gezündete Lenkwaffe mit halbautomatischer Steuerung (drahtgelenkt). Sie besitzt ein Wärmebildgerät. Die BILL ist eine "top-attack" Waffe, die ihr Ziel mit etwa 1 m Abstand überfliegt und von oben auf das Turmdach – die schwächste Stelle des Panzers – mittels Hohlladung wirkt.